Pa’al-Futur, sämtliche Formen פעל עתיד

Es gibt im Hebräischen nur eine Futurform, anders also als im Deutschen. Dafür wird sie viel häufiger benutzt, oft dann, wenn wir im Deutschen geläufigerweise das Präsenz gebrauchen für nah bevorstehende Vorhaben oder Ereignisse (z. B. „ich gehe einkaufen“ sagt der Israeli nur, wenn er gerade beim Einkauf ist. Geht er erst in 10 Minuten einkaufen sagt er „ich werde einkaufen gehen“. Der Binjan Pa’al ist im Futur zahlreich aufgegliedert in unterschiedliche Vokalisierungssmodelle, mehr noch als im Perfekt. Das macht die Angelegenheit etwas umfangreicher. Außerdem gibt es von jeder Regel Ausnahmen – hier: unregelmäßige Verben – die einfach gelernt werden müssen. Sie sind aber in jedem guten Wörterbuch entsprechend beschrieben. Das Grundmodell mit Personalsuffixen/Präfixen bleibt immer dasselbe, aber die Vokalisierung der Wurzelkonsonanten ändert sich:

Grundschema des Futur:

2. Pers. mask. singular und 3. Pers. fem. singular sind immer identisch, ebenso 2. Pers. pl. mask. und fem., ebenso 3. Pers. mask. und fem.

Eine besondere Bedeutung bekommen bei der Vokalisierung eventuell vorhandene Kehllaute und deren Position innerhalb der Verbwurzel. Zu den Kehllauten zählen hier grundsätzlich א, ע, ה, כ , wobei das א noch eine Sonderbehandlung erfährt.

Ebenso gibt es dieselben Sonderformen wie auch im Pa’al-Perfekt , z. B. ל“ה , פ“נ usw.

Mit so wenig Theorie wie möglich stelle ich hier die unterschiedlichen Möglichkeiten und deren typische Erscheinungsformen anhand von jeweils mehreren Beispielen dar. Daraus erschließt sich die Vokalisierung. Ich meine, dass die Beispiele selbsterklärend sind.

Ef’ol-Verben
sind grundsätzlich diejenigen Verben ohne Kehllaute in den Wurzelkonsonanten (Sonderformen s. weiter unten, doch auch hier gibt es Ausnahmen!). Der Begriff ef’ol leitet sich von der Vokalisierung der 1. Pers. singular ab (pa’al als Grundkonsonanten wie gehabt); alle anderen Personen werden anders vokalisiert:

Eine Ausnahme bildet z. B. hier das Verb lichtow לכתוב, dass ja zwar mit Chaf כ einen Kehllaut hat, dennoch aber wie ein Ef’ol-Verb vokalisiert wird.

ajin-waw: פעל ע“ו

pe-jod: פעל פ“י

lamed-he: פעל ל“ה

pe-nun: פעל פ“נ

Das „nun“ als erster Wurzelkonsonant erscheint in den Konjugationsformen des Futur nicht. Bei voller Schreibweise kann es aber durch „jod“ ersetzt werden (der bessern Lesbarkeit wegen), sodass im Zusammenhang mit dem Persoanlsuffix/-präfix „Jod“ ein Doppel-Jod erscheint (hier beispielhaft in der 3. Pers. mask.).

Ef’al-Verben
sind diejenigen Verben, bei denen der zweite oder dritte Wurzelkonsonant ein Kehllaut ist. Auch hier leitet sich der Name (ef’al) von der Vokalisierung der 1. Pers. sing. ab. Die andern Personen weichen ebenfalls hiervon ab:

pe-gronit, außer Alef: פעל פ“גרונית

pe-alef: פעל פ“א

Das Problem dieser Form ist, dass bei einem Alef als erstem Wurzelkonsonanten in der 1. Pers. sing. ein Doppel-Alef wegen des Personalpräfixes (ebenfalls Alef) stehen müsste. Dies gilt es zu vermeiden, also ersetzt man das Wurzel-Alef durch ein Waw, das in diesem Falle als Vokal o gesprochen wird.

lamed-hei+gronit, eine Mischform:

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